Sonderförderung „Diakonische Praxisprofilierung“ – Veröffentlichung durchgeführter Projekte
Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
in dieser Rubrik stellen wir Ihnen Projekte vor, die seit 2006 an Schulen für Pflege, Sozialwesen und Sozialpädagogik Projekte im Rahmen der Sonderförderung „Diakonische Praxisprofilierung“ durchgeführt worden sind.
Mit der Sonderförderung unterstützt das Diakonische Werk Württemberg in besonderer Weise Diakonisches Lernen an beruflichen Schulen ihrer Mitgliedeseinrichtungen.
Unter dem Thema „Alltagsspiritualität“ führen die Schulen Projekte durch, welche religiöse mit beruflichen Fragestellungen verknüpfen, und die einen konkreten Bezug haben zum Alltag der Bewohner, Patienten, Kinder oder Klienten an den Lernorten der Berufspraxis.
Die Projekte setzen auf Kooperationen:
- zwischen den Pädagogen am Lernort Schule
- zwischen den Lernorten Schule und Berufspraxis durch die Zusammenarbeit der Lehrer und Schüler mit den Mitarbeitenden in der Berufspraxis
Die Schüler erleben in der Projektdurchführung, wie der diakonische Charakter einer evangelischen Einrichtung im Berufsalltag gelebt werden kann.
Die hier veröffentlichten Projekte sind schwerpunktmäßig an Altenpflegeschulen, Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege und an einer Fachschule für Sozialpädagogik erarbeitet und in der Berufspraxis umgesetzt worden.
Die Veröffentlichungen informieren über die Projektstruktur und wichtige Ergebnisse des Projektes. Weitergehende Informationen erhalten Sie bei der jeweiligen Schule. Die entsprechende Kontaktadresse finden Sie in der Projektbeschreibung der Schule.
C
hristine
Widmaier
Referentin für Pflegeschulen
Hier erhalten Sie einen Überblick über die Projekte:
Diakonisches Institut für Soziale Berufe
Berufsfachschule für Altenpflege im Kloster Lorch
„Alltagsspiritualität im Umgang mit dementen Menschen“
Erarbeitung von religiösen Ritualen im Tagesverlauf, die mit dementen Bewohnern in stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt worden sind.
Beispiele:
- Lesen der Tageslosung am Morgen
- Tischgebet vor dem Mittagessen
- Abendgebet vor dem zu Bett gehen
- am Abend Singen von geistlichen Abendliedern im Zusammenhang mit einem Abendritual
Alle Rituale waren abgestimmt auf die besonderen Bedürfnisse bzw. Ansprüche von Menschen mit Demenz.
Die Projektdarstellung können Sie hier als pdf-Datei herunterladen!
Diakonisches Institut für Soziale Berufe
Evangelische Fachschule für Altenpflege Schwäbisch Hall
„Wege zum religiösen Ich“
Erstellen einer religiösen Anamnese für Bewohner von stationären Praxiseinsatzorten in Pflegeheimen. Die so gewonnenen biographischen Daten wurden verwendet, um mit den Bewohnern eine Validation nach der Methode von Nicole Richards durchzuführen. Es handelt sich hierbei um eine besondere Form der Kommunikation für Menschen mit Demenz, die angeregt durch Inhalte, die ihre Biographie betreffen, emotional erreicht werden. Sie werden ruhiger, lächeln, sprechen manchmal zusammenhängende Sätze, was sie sonst nicht mehr tun. Jeder Schüler dieses Kurses hat für einen Bewohner eine Validationskarte angelegt und über einen längeren Zeitraum diese Validation durchgeführt.
Die Projektdarstellung können Sie hier als pdf-Datei herunterladen!
Evangelische Diakonissenanstalt Stuttgart
Evangelische Fachschule für Altenpflege in Stuttgart
„Wiederkehrende spirituelle Impulse und Rituale im Alltag von demenziell veränderten Bewohnerinnen und Bewohner im Verlauf des Kirchenjahres“
Mit dem Projekt sollten Voraussetzungen geschaffen werden, um wiederkehrende spirituelle Impulse und Rituale, orientiert am Kirchenjahr und den Jahreszeiten, in den Lebensalltag dieser betreuten Personengruppe zu integrieren.
Diese verfolgten das Ziel, bei den dementen Bewohnern einen Bezug herzustellen zu scheinbar verschütteten Erfahrungen und ihnen so für ihre individuelle Lebenswelt Zuversicht, Halt und Geborgenheit zu vermitteln.
Die Projektdarstellung können Sie hier als pdf-Datei herunterladen!
Fotos zum Projekt:
Evangelisches Bildungszentrum für Pflegeberufe gGmbH (EBZ)
Stuttgart
„Spirituelle Elemente im Pflegealltag eines Krankenhauses“
Die Pflegeschüler informierten Patienten über die geistlichen Angebote des Krankenhauses. Sie erfragten besondere religiöse Wünsche der Patienten und integrierten diese in die Pflege oder nahmen Kontakt auf zu einem Klinikseelsorger.
Patienten:
- wurden in den Gottesdienst begleitet,
- konnten die Rundfunkübertragung der Andacht hören
- wurde die Tageslosung vorgelesen.
Bei der Entlassung erhielten die Patienten eine Karte mit einem Segenswunsch.
Zinzendorfschulen
Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Königsfeld
„Erzählen biblischer Geschichten im Kindergarten“Die angehenden Erzieherinnen erarbeiteten in Kleingruppen biblische Geschichten, die sie dann in den Kindergärten erzählt und gespielt haben. Dazu haben sie die biblische Geschichte in eine Sprache gebracht, die für Kindergartenkinder verständlich ist. Die Erzählungen sind so in ein spielerisches Geschehen eingebunden worden.Über das reine Erzählen hinaus überlegten die Schülerinnen, welche Fragen die Kinder haben könnten und wie sie auf diese Fragen altersgerecht eingehen können.