Inklusionsorientierte Schulentwicklung

1. Zielsetzung und Verlauf des Projekts

Vision:
„Inklusionsorientierte Schulentwicklung schafft Raum und Rahmenbedingungen für die aktive Teilhabe und Entwicklung aller Menschen in ihrer ganzen Vielfalt.“

Evangelische Schulen begründen ihre Motivation zur „Inklusionsorientierten Schulentwicklung“ nicht nur mit einer durch die UN verfügten Konvention, sondern mit dem biblisch-christlichen Menschenbild, auf dessen Basis sie arbeiten.

 

2010               vom Evangelischen Schulwerk ausgeschrieben

Mai 2011         Beginn des Projekts

Juli 2014         Abschluss und Dokumentation

2. Die Besonderheiten des Projekts

Prozesssteuerung

  • Initiierung eines Schulentwicklungsprozesses
  • Inhaltliche Vorgaben für die Prozessbegleiter,
    regelmäßige Prozessbegleitertreffen (vom Schulwerk organisiert)
  • Prozessbegleiter vom Schulwerk finanziert. (Ca. 9 Sitzungen pro Schule)

 Begleitende Fortbildung

  • Exkursionen
  • Fortbildungsveranstaltungen

 Indeximpulsgeber/innen

  • „Index für Inklusion“ nach Tony Booth und Mail Ainscow verwendet.
  • In den Schulen waren sogenannte „Index-Impulsgeber/innen“ für die Umsetzung des Index und die Beobachtung verantwortlich.
  • Regelmäßige Treffen mit den Indeximpulsgeber/innen im Schulwerk

Die beteiligten Schulen

Betty-Hirsch-Schule Stuttgart
ursprünglich Sonderschule für Blinde und Sehbehinderte
Öffnung zu einer inklusiven Schule mit den Bildungsgängen Grundschule, Werkrealschule, Förderschule, Schule für Geistigbehinderte, Sehbehinderte und Blinde.

 

Schule Lichtenstern
mit Fördereinrichtungen für Geistigbehinderte mit einer Abteilung für auch gleichzeitig Körperbehinderte am Heim im vor- und schulischen Bereich. Netzwerk von inklusiven, kooperativen, sowie stationären Schul- und Betreuungsangeboten.
2012 Gründung der inklusiv geführten Ganztagesgrundschule mit musikalischem Schwerpunkt in Weinsberg-Gellmersbach.
Außenklasse an der Grundschule Eschenau entwickelte sich zu einem inklusiven Angebot in enger Kooperation mit der Grundschule Eschenau.

 

Schwarzbach-Schule (Johannes-Diakonie Mosbach)
für Kinder mit unterschiedlichem Förderbedarf
Kooperation mit der staatlichen Merianschule (Grund-, Haupt- und Werkrealschule):
gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung

 

Evangelische Grundschule Karlsruhe
neu gegründete Grundschule, von Anfang an inklusiv orientiert
gelernt wird Jahrgangsübergreifend nach Montessori
gebundene Ganztagesschule
in der Regel 2-Pädagogen-Prinzip (1 Lehrerin, 1 Erziehrein)
für 2 Lerngruppen steht darüber hinaus jeweils eine Sonderpädagogin zur Verfügung

 

Oberlinschule Reutlingen
Schwerpunkt in der Erziehungshilfe
Kooperation mit der Eduard-Spranger-Schule (Gemeinschaftsschule):
inklusive Settings wurden entwickelt

 

Fachschule für Sozialpädagogik Botnang
berufsbildende Schule
Entwicklung einer Unterrichtseinheit mit dem Unterrichtsthema „Inklusion“
Unter den Auszubildenden selbst können nur bedingt (bezogen auf das spätere Arbeitsfeld) Menschen mit Behinderungen aufgenommen werden.
Im Hinblick auf die Arbeit als Erzieherinnen und Erzieher brauchen sie aber umfassende Kenntnisse, wie die Einrichtungen allen Kindern gerecht werden können.

 

Freie Evangelische Schule Böblingen
ursprünglich Hauptschule
in der Sekundarstufe werden nun Haupt- und Realschule zusammen
mit Kindern unterschiedlicher Förderbedarfe gemeinsam unterrichtet.

 

Kooperation der Rudolf-Leski-, Flattich- und Steinäcker-Schule Bodelshausen
Schule für Erziehungshilfe, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und die staatliche Grundschule entwickeln vielfältige Vernetzungen mit unterschiedlichen Institutionen

Gelingensfaktoren

Arbeit im multiprofessionellen Team  (Regelschullehrer/innen, Sonderpädagog/innen)
Teamteaching
Kommunikation mit Eltern
Index für Inklusion als Orientierungshilfe
Projektartig angelegte Unterrichtsformen
Rhythmisierter Tagesablauf
Gegenseitige Hospitationen
Supervision
Gruppenräume zusätzlich zum Klassenzimmer
Materielle Ausstattung
Fundus an Fördermaterialien
Prozessbegleitung
Konzeptionelle Vorüberlegungen
Kommunikationsstrukturen
Rollenklärung

Dokumentation

„Vielfalt – unser Potential“ lautet der Titel der Dokumentation, in der die von den beteiligten Schulen verfassten Erfahrungsberichte zusammengestellt sind. Diese Berichte erzählen von gelungenen Fortschritten, faszinierenden Entwicklungen, originellen und kreativen Lösungsansätzen, aber auch ehrlich von Mühen, Konflikten, Defiziten und gescheiterten Versuchen und zeigen damit ein breites Spektrum dessen auf, was im Rahmen inklusionsorientierter Schulentwicklung möglich ist.

 

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